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Kläranlagenbesuch in Windeck

Man denkt vielleicht nicht direkt an Wärme, wenn man von Kläranlagen hört. Ganz anders Ferdinand Patt von der Initiative „Nahwärme Windeck“, weshalb er Anfang März eine Führung durch die Kläranlage Rosbach organisiert hat. Als er von der neuen Servicestelle Energie- und Wärmewende erfuhr, hat er uns spontan eingeladen – der Einladung sind wir natürlich gerne gefolgt!

Gemeinsam mit Heike Hamann (Betriebsleiterin der Gemeindewerke Windeck), Carsten Schmitz (Ingenieur für Wärmeprojekte bei Rhein-Sieg-Netz) und Sophia Müller (Klimaschutzmanagerin Eitorf) erhielten wir interessante Einblicke in die komplexen Prozesse und Abläufe der Abwasserreinigung durch Andrea Bartkowiak und Thorsten Zeidler der WTE Betriebsgesellschaft. Doch nicht nur wegen der Abwasserreinigung sind Kläranlagen interessant: Sie können auch eine wichtige Rolle bei der Wärmeversorgung spielen.

Kläranlagen als Wärmequelle

Kläranlagen erzeugen Abwasser, das eine konstante Temperatur hat und oft eine Quelle von ungenutzter Wärme darstellt. Diese Wärme kann durch Wärmetauscher aus dem Abwasser extrahiert und in ein Wärmesystem eingespeist werden. Das ermöglicht die Nutzung der Abwärme zur Beheizung von Gebäuden oder anderen Einrichtungen. Kläranlagen produzieren außerdem durch die Fermentation von organischen Abfällen Biogas, das hauptsächlich aus Methan besteht. Dieses Biogas kann in Blockheizkraftwerken (BHKW) verbrannt werden, um Strom und Wärme zu erzeugen. Die erzeugte Wärme kann dann in Wärmenetze eingespeist werden.

Wärmenetze wiederum sind Systeme, die Wärme von einem zentralen Heizwerk zu verschiedenen Gebäuden oder Haushalten transportieren. Statt jedes Gebäude selbst zu beheizen, wird die Wärme über isolierte Rohre, die heißes Wasser oder Dampf transportieren, zu den Nutzer-/innen gebracht, sodass sie keine eigene Heizungsanlage mehr benötigen.

Kläranlage Rosbach. © Ferdinand Patt

Initiative „Nahwärme Windeck“

Die Initiative „Nahwärme Windeck“, die den Besuch organisiert hat, ist überzeugt von den Vorteilen von Nahwärmenetzen. Die drei Initiatoren Ferdinand Patt, Matthias Müller und Luca Schwarzer waren auf der Suche nach einer nachhaltigen Wärmeversorgung, bei der man gemeinsam die Wärmepotenziale vor Ort nutzen und heizen kann, ohne eine eigene Heizungsanlage betreiben zu müssen. Dabei sind sie auf Nahwärmenetze gestoßen und treiben seitdem mit viel Engagement die Idee voran, diese wenn möglich in Windeck umzusetzen.

Damit Wärmenetze errichtet werden können spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Diese werden nun durch eine Machbarkeitsstudie untersucht. Hier wird geschaut, welche Wärmepotenziale – wie beispielsweise durch Kläranlagen – vorhanden sind, und ob sich Wärmenetze lohnen. Die Ergebnisse sind auch für die Kommunale Wärmeplanung von Interesse.

Genau solche Projekte und ein solches Engagement bringen die regionale Wärmewende weiter voran. Schauen Sie doch mal bei der Initiative „Nahwärme Windeck“ vorbei: https://www.nahwaerme-windeck.de/.

Möchten Sie sich an der Energie- und Wärmewende in der Region beteiligen? Haben Sie Projektideen, suchen Sie Mitstreiter/-innen oder Unterstützungsmöglichkeiten? Melden Sie sich gerne bei uns!

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